Best Portfolio 2014

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Portfoliosichtung

Rund 50 Nachwuchsfotografen präsentierten ihr Portfolio bei der diesjährigen Portfoliosichtung den Fotoexperten aus Werbe- und Bildagenturen, Bildredaktionen, Ausstellungsinstitutionen und Wissenschaft. Beim „Best Portfolio“-Wettbewerb 2014, der unter den Teilnehmern ausgelobt wurde, zeichnete die Fach-Jury als beste Portfolios die Arbeiten von Sebastian Forkarth (1. Platz), Philip Frowein (2. Platz), Eugen Steinbach (3. Platz) und Juliane Herrmann (3. Platz) aus.

Den ersten Preis stiftet in diesem Jahr Leica mit einer X Vario Kamera, für den Zweitplatzierten gibt Silke Güldner ein exklusives Fotocoaching und für den 3. Platz (in diesem Jahr zwei!) erhalten die Gewinner ein Fotobuch von myphotobook. Die Preise werden am 5. Dezember 2014 im Rahmen des 20. Jubiläums des Freundeskreises an die Best Portfolio-Gewinner verliehen!

Der Freundeskreis gratuliert den Preisträgern sehr herzlich und gibt im Folgenden einen Einblick in die besten Fotoarbeiten der diesjährigen Portfoliosichtung.

 

Preisträger 2014

 

1. Platz – Sebastian Forkarth
Portrait_Sebastian_Forkarth

Sebastian Forkarth hat die Jurymitglieder in vielerlei Hinsicht überzeugt. Erstens: Forkarths Bilder ragen ästhetisch heraus durch präzise Kompositionen und zurückhaltende Farbigkeit. Zweitens: Der 2012-er-Absolvent der FH Bielefeld  überzeugt durch seine konzeptionellen Herangehensweisen an politisch-emotionale Themen. Drittens: Der Fotograf nimmt sich Zeit für die Durchführung seiner Projekte und eignet sich jeweils umfassendes Fachwissen an. Für seine Diplomarbeit fotografierte er zwei Monate lang täglich in der größten und wohl saubersten israelischen Siedlung Ma’ale Adumim, die auf dem Hochplateau vor den Toren Jerusalems thront. Forkarth zeigt in seinen Fotografien, wie sich der wieder aufgeflammte Nahost-Konflikt in der militärischen Siedlungs-Architektur Israels widerspiegelt.

Ute Noll ist Inhaberin der Projektagentur On-Photography.com und Fotodirektorin des Schweizer Du Magazins

Vita & Konzept

Safe Haven (2014)
Während der Irak wie auch seine Nachbarn scheinbar im Chaos aus religiösen und ethnischen Konflikten zu versinken droht, entsteht parallel ein schillerndes „Kurdistan“. Innerhalb des von Kriegen destabilisierten und verunsicherten Nahen Ostens wird jenes Gebiet das einst als Schutzzone der Kurden gedacht war, zu einem Anlaufpunkt und Sehnsuchtsort einer ganzen Region.

Ma‘ale (2012)
Die jüdische Siedlung Ma’ale Adumim liegt auf einer Hügelkuppe wenige Kilometer östlich Jerusalems außerhalb der Grünen Linie – jener Grenze die seit dem Sechs- Tage-Krieg im Jahr 1967 Israel und das vormals jordanische Westjordanland trennt. Werbeanzeigen und Anwohner preisen den Ort als »eine schöne, saubere Stadt« die innerhalb der israelischen Gesellschaft als »Nachbarschaft« oder »Quality of Life Settlement« akzeptiert ist.

Vita
21 Mai 1985 geboren in Herdecke
2006 – 2012 Studium Fotografie und Medien an der Fachhochschule Bielefeld 2010 – 2011 Studium Fotografie an der Bezalel Kunstakademie, Jerusalem 2012 Diplom mit der Arbeit „Ma‘ale“
Betreuung durch Prof. Axel Grünewald und Prof. Roman Bezjak Seit 2012 Tätig als freier Fotograf in Dortmund und Amsterdam

Auszeichnungen
Preisträger Best Portfolio Award 2014 | Haus der Photographie e.V. Hamburg Preisträger Bridges-Projects Fotopreis 2013
Shortlist 6th Dummy Award | Kasseler Fotobookfestival
Shortlist Licher Fotopreis 2013
20er Platz Erstwerk 2012
Shortlist Archifoto
Shortlist Unpublished Dummy Award | Unseen Festival Preisträger Neue Armut | Volksverein-Mönchengladbach

Veröffentlichungen
Und nächstes Jahr in Jerusalem – Fotografische Arbeiten der Fachhochschule Bielefeld Smith Journal
Photographie Magazin
Zeit Online & Zeit Online Jahresrückblick 2012
Emerge
Peanut Butter Thoughts Temp-Magazin Interspace Darwin Magazin

Einzelausstellungen
2013 Sebastian Forkarth – Jenseits von Jerusalem | Die Kassette, Zürich
2011 Are you Barcelona or Madrid? | Goethe Institut, Ramallah

www.sebastianforkarth.de

 

2. Platz – Philip Frowein
Philip-Frowein-01

Philip Froweins Arbeit “Blind Alleys” schafft Sinnbilder für eine Suche nach dem, was sich hinter der fotografierten Oberfläche verbirgt, und rührt damit an ein Grundthema der Fotografie.
Die mit Bildern ihrer selbst verhangenen Räume und surrealen Skulpturen sind ebenso poetische wie theoretische Metaphern, in denen das Eigene und das ewig Fremde sich in einer vergänglichen künstlerischen Konstruktion berühren. Die zeitlose Qualität der Bilder rührt aus einer Verbindung von fotografischen und medienreflexiven Untersuchungen der 70er Jahre mit zeitgenössicher japanischer Lyrik, in der, bei aller Präzision in der Abbildung, auch eine gewisse Zartheit den Objekten gegenüber zum Ausdruck kommt.

Katharina Bosse lehrt Fotografie an der FH Bielefeld und arbeitet als Foto-Künstlerin

Vita & Konzept

Blind Alleys
„Surrealismus liegt bereits in der Natur des fotografischen Unterfangens, in der Erzeugung eines Duplikats der Welt, einer Wirklichkeit zweiten Grades, die zwar enger begrenzt aber dramatischer ist, als jene, die wir mit eigenen Augen sehen.“
Susan Sontag – Objekte der Melancholie

In der Arbeit Blind Alleys setze ich mich mit den Grenzen des Wirklichen auseinander. Inspiriert von Autoren wie Haruki Murakami und der Kunst der Surrealisten versuche ich, dem Übernatürlichen nachzuspüren. Die Frage, die mich dabei umtreibt ist, was die Fotografie leisten kann, in dem Bestreben, eine Wirklichkeit abzubilden, die in ihrer Äußerlichkeit unvollständig bleibt. Meine Bilder sollen als Metaphern fungieren für meine Befragungen der Wirklichkeit und für das trügerische Verhältnis, welches die Fotografie mit ihr einging.

Vita
1983 geboren in Albstadt
2008 bis 2014 Studium Fotografie und Medien an der FH Bielefeld
2014 Bachelor mit der Arbeit ”Blind Alleys” unter der Betreuung von Prof. Katharina

Auszeichnungen
2010 – Kurzfilmtage Oberhausen // 2. Platz (MuVi Award)
2010 – Photomeetings Luxemburg // 3. Platz
2014 – Portfoliosichtung – Freundeskreis des Hauses der Photographie // 2. Platz

Ausstellungen
2010 “Hanoi Ahoi!“ // Gruppenausstellung – Galerie Lampingstr, Bielefeld
2010 “Korrelation/Berührungspunkte“ // Gruppenausstellung und Publikation 2010 “Photomeetings Luxemburg“ // Gruppenausstellung – Konschthaus, Luxemburg
2012 “At Home“ // Gruppenausstellung und Publikation – Ludwiggalerie, Oberhausen
2012 “Mainzer Landstraße“ // Gruppenausstellung und Publikation – Bestregarts, Frankfurt
2014 ”Home Of Kali” // Gruppenausstellung – Galerie Lampingstr, Bielefeld 2014 ”Werkschau” // Gruppenausstellung – Galerie Lampingstr, Bielefeld Festivals
2010 “Kurzfilmtage Oberhausen“
2010 “Sehsüchte Potsdam“
2010 “Boston Underground Film Festival“
2010  “Krakau Film Festival“
2011  “Invideo“ (Mailand)


www.philipfrowein.com

 

 

3. Platz – Eugen Steinbach

eugen_steinbach_maidan_portrait

Die Jury war beeindruckt, dass es mit dem Portfolio von Eugen Steinbach auch eines aus dem Bereich „Kriegs- und Krisenfotografie“ zu sehen gab. Es zeigt eine durchdachte journalistische Arbeit  mit konzeptionellen Elementen, die die Situation am Maidan Platz in Kiew/Ukraine im Frühjahr 2014 auf beeindruckende Weise visualisiert.
Die Jury ist der Meinung, dass der Fotograf sich nicht allein auf die Schilderung der Geschehnisse beschränkt hat, sondern ihm eine eindrucksvolle Verdichtung und Analyse der Verhältnisse gelungen ist. Die gut reflektierte Umsetzung des Geschehens ist für den Betrachter bewegend und erhellend zugleich und ein Dokument der Zeitgeschichte, das nachklingen wird.

Ruth Eichhorn ist Fotodirektorin des Magazins GEO

Vita & Konzept

KIEW, MAIDAN 2014

Verbrannte Autoreifen, Barrikaden, Angst und Hoffnung auf dem Maidan
Eine Fotoreportage aus der Ukraine, Kiew, entstanden im Winter/Frühjahr 2014.

Meine Reportage ist keine Fotoreportage im typischen Sinne. Mit meinen Bildern vertrete ich keine bestimmte politische Meinung. Ich will nicht urteilen und auch keine Antworten liefern. Es war nicht mein Ziel. Meine Bilder sollen für sich sprechen. Sie sollen dem Betrachter die Gelegenheit bieten, die damalige Atmosphäre möglichst authentisch nachzufühlen. Sie sollen beschäftigen. Einen Prozess beim Betrachter lostreten.

Ich werde oft gefragt, warum ich meine Fotos freiwillig unter einem solchen Risiko gemacht habe. Man fragt mich dann sogleich, ob ich aus der Ukraine komme. Nein, sage ich immer. Ich bin in Russland geboren. Seit 1997 lebe ich in Deutschland. Dann stutzen die Fragenden erst einmal. Die Ukraine ist nicht meine Heimat. Nein. Aber ist das nicht dasselbe, fragt man mich dann, Russland und Ukraine? Nein, das stimmt so nicht. Und eigentlich geht es nicht um einen Ländervergleich. Auch fällt es mir schwer, solch einen Begriff wie Heimat über ein konkretes Land zu definieren. Ich habe Fotos gemacht, weil ich es für richtig hielt. Ganz einfach gesagt. Nicht, weil ich Russe oder Ukrainer bin. Ich habe eine Chance für mich gesehen. Eine Chance, das zu tun, wovon ich denke, dass es richtig war. Richtig und sinnvoll. Meine Reportage ist der Wunsch nach Verständigung und Dialog, festgehalten mit einem Fotoapparat.

Vita
1984 geboren in Barnaul
seit 2011 Studium Kommunikationsdesign an der FH Würzburg

Ausstellungen
2013 Partnerstädte, Wanderausstellung/Gruppenausstellung
2014 KIEW, MAIDAN 2014, Schaugang FH Würzburg Fakultät Gestaltung 2014 Ausstellung im Rahmen eines Vortrags „Europäisches Design – eine Lebensform“
2014 – 2015 Pressefoto Unterfranken Wanderausstellung
2014 – 2015 Pressefoto Bayern Wanderausstellung

Publikationen
2013 Fernbeziehungen. Faraway Friends. Königshausen u. Neumann Verlag

Auszeichnungen
2014 Pressefoto Unterfranken Nachwuchspreis
2014 Pressefoto Bayern Nachwuchspreis

Link

 

3. Platz – Juliane Herrmann

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Ein erfrischend neuer Blick auf Den Haag von einer jungen Fotografin , die mit den Augen einer unwissenden, aber wissbegierigen Frau auf ein fremdes Terrain schaut und dabei nicht der Versuchung erliegt, den oberflächigen touristischen Charme dieser Stadt zu x-ten Male zu reproduzieren.

Ingo Taubhorn ist Kurator des Hauses der Fotografie und Fotograf

Vita & Konzept

Den Haag
Stadtansichten, Portraits und Momentaufnahmen dokumentieren meine fotografische Erkundung der Stadt Den Haag. Der Wunsch, das Nachbarland kennenzulernen, das auf sonderbare Weise dem eigenen ähnelt und doch ganz anders scheint, führte mich in die niederländische Stadt hinter den Dünen.

Die Suche nach dem Exotischen mündete in einer Wertschätzung des Bekannten; Momente aus dem Alltag, Eigenheiten des Stadtbildes und die Bewohner Den Haags zeigen, dass sich der Charakter einer Stadt in den Nebenstraßen, auf dem Markt und in den Gepflogenheiten der Menschen findet und weniger in ihren Sehenswürdigkeiten.

Vita
1989 geboren in Jena
Derzeitiger Arbeits- und Lebensmittelpunkt – Köln

Ausbildung
2012 – 2014 Master of Photography (M.Des.), Studiengang Dokumentarfotografie, Kunstakademie AKV/St. Joost, Breda, Niederlande
2008 – 2012 Bachelor of Arts (B.A.), Studiengang Fotografie, Fachhochschule Dortmund
2011 – 2012 Teilnehmerin der Masterclass des Noorderlichtfestivals in Groningen, Niederlande
Seit 2010 Selbstständigkeit als Fotodesignerin
2008 Abitur an der Integrierten Gesamtschule Jena

Fotografische Erfolge
2014 Man among Men – Deutscher Jugendfotopreis, 1. Platz
Stipendium des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD)
2012 DENHAAG – Ehrenvolle Erwähnung, Lens Culture International Exposure Awards Cala Millor – Deutscher Jugendfotopreis, Thema: „unterwegs“
2011 Vorschlag der Fachhochschule Dortmund für ein Stipendium der Stiftungdes Deutschen Volkes
2009 Puppen–Jugendförderpreis der Gesellschaft für Fotografie, „100Bilderdes Jahres 2008“

www.julianeherrmann.com

 

 

 

Die Mitglieder der diesjährigen Fachjury waren Nadine Barth von Hatje Cantz, Katharina Bosse, Dozentin an der FH Bielefeld und Foto-Künstlerin, Ruth Eichhorn, Fotodirektion des Magazins Geo, Inas Fayed von Leica Fotografie International, V.-Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin für Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover, Foto-Coach Silke Güldner, Roman Härer, Creative Director bei Plainpicture, Elka Jordanow von der Galerie Jordanow, Anja Kneller, Fotodirektorin der Loved Agentur, Andreas Kronawitt, Fotodirektor beim stern, Hannes Kuckei von der Galerie Kuckei+Kuckei, Garnet Lange, Leiterin des Art Buying bei Grabarz & Partner, Ute Noll, Inhaberin der Projektagentur On-Photography.com, Jutta Schein, Bildredakteurin von Die Zeit und Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie und Fotograf.