Salon der Fotografie: Andreas Herzau

| 18 Uhr

Salon der Fotografie

Unkostenbeitrag

5 € für Mitglieder
8 € für Nichtmitglieder

Ort

F.C. Gundlach Bibliothek im Haus der Photographie

Deichtorstraße 1-2 – Google Maps

Der Freundeskreis des Hauses der Photographie lädt seine Mitglieder herzlich zum Salon der Fotografie am 21. November ein, wenn Andreas Herzau sein neu erschienenes Buch «Helvetica» vorstellt.

Andreas Herzau gehört zu den renommiertesten Fotojournalisten seiner Generation. Bekannt wurde er in den 1990er Jahren durch Reportagen aus den afrikanischen Bürgerkriegsländern und zu Flucht und Migration. In seinen großen monographischen Arbeiten über Deutschland, New York und Moskau erweitert er die Grenzen der klassischen Reportagefotografie und entwickelte eine unverkennbare eigene Bildsprache mit überraschenden kontrastierenden Schnitten. Seine Arbeiten wurden u.a. mit dem European-Press-Award ausgezeichnet.

Seine neuste Arbeit «Helvetica» ist eine fotografische Auseinandersetzung mit der Schweiz. Über ein halbes Jahrzehnt hat Andreas Herzau das Land immer wieder besucht und die verschiedensten Orte, Sujets und Menschen festgehalten. Ihm geht es nicht um Reportage-Fotografie im berichtenden Sinn, sondern darum, eigene, oft von Klischees verstellte Vorstellungen mit dem Vorgefundenen abzugleichen. Er zeigt ein Land, das er für seine Errungenschaften schätzt – auch wenn er bald erkennt, dass es sich mit den eigenen Ansprüchen schwer tut. Als eine Nation von großem wirtschaftlichen Wohlstand, gefestigt durch eine lange Tradition liberaler Demokratie und politischer Neutralität, bestehen dennoch starke nationale Abwehrreflexe. Herzau umkreist die Widersprüche des helvetischen Selbstbildes und reflektiert seine eigene Rolle als Fremder. Es sind genau diese Bruchstellen, auf die der Fotograf seinen Blick richtet.

Ein Auslöser für die Arbeit war René Burris berühmtes Buch «Die Deutschen» aus dem Jahr 1962, das Herzau bei der Vorbereitung zu einem Vortrag über Fotobücher in die Hände fiel. Daraufhin entwickelte er die Idee, den Schweizern einen Gegenbesuch abzustatten. Analog zu Burris Werk, in dem deutsche Autoren den Bildern kurze Texte zur Seite stellten, werden die beiden schweizerisch-internationalen Autoren Nora und Eugen Gomringer in dem Band mit Gedichten vertreten sein.