Salon der Fotografie: Florian Geiss

| 18 Uhr

Salon der Fotografie

Unkostenbeitrag

5 € für Mitglieder
8 € für Nichtmitglieder

Ort

F.C. Gundlach Bibliothek im Haus der Photographie

Deichtorstraße 1-2 – Google Maps

Ergänzend zu unserem letzten Jäger & Sammler-Symposium „Framing America“ scheint unser Salon der Fotografie im April hevorragend zu passen. Für sein Projekt „Gimme Shelter“ ist der Hamburger Fotograf Florian Geiss in den letzten Jahren an die West- und Ostküste sowie in den Südwesten der USA gereist und fing eine sehnsuchtsvolle Weite ein, die einen weltweit erreichbaren American Way of Life zu symbolisieren scheint, aber auch Melancholie transportiert.

Gemeinsam mit dem Fotografen und dem Textautor des Bildbandes Sebastian Lux wollen wir uns den Bildwelten von Florian Geiss stellen. Unter dem Motto „Verschwende deine Jungend“ präsentiert er, in seiner kürzlich im Hatje Cantz veröffentlichten Publikation, Motive wie Sehnsucht, Verletzlichkeit, Selbstinszenierung und Verlangen. Jedenfalls schwingt dies alles in den atmosphärisch dichten Aufnahmen des Fotografen mit. So entsteht eine faszinierende und zugleich irritierende Aura. In dem Fotobuch „Gimme Shelter“ inszeniert er die Identitätssuche der Protagonisten im Spannungsfeld des ikonischen American Way of Life und der eigenen Individualität.

Geiss‘ bewusster Umgang mit Farbe und Licht spiegelt den Ansatz der American New Color Photography. In den Roadtrip-Fotografien von Stephen Shore oder Joel Sternfeld aus den späten 1970er-Jahren schwingt die gleiche Melancholie mit, die auch Gimme Shelter so eindrucksvoll macht.

„In Gimme Shelter sind die Männer harte Kerle, coole Typen, Cowboys und Hobos – und doch haftet ihnen eine Verletzlichkeit an. Sie haben neben ihrer harten Schale nicht nur einen weichen Kern, sondern sind auch zutiefst verunsichert“, so Autor Sebastian Lux: „Sie haben sich von allen Traditionen, von allen Konventionen, von allen Banden befreit – und nun? Die Frauen sind schön und strahlen eine selbstbewusste Erotik aus. Auch sie haben sich von Traditionen und Konventionen befreit – und nun? […] Alles steht zur Disposition.“ Auf Geiss‘ Bildern scheinen alle auf der Suche zu sein – nach Halt, Heimat, neuen Zielen, dem Sinn.

Der erfolgreichen Werbefotograf Florian Geiss wurde 1969 in Koblenz geboren. Ende der 90er Jahre, nach dem Studium von Fotografie und Film, zog Florian nach Hamburg, wo er immer noch mit seinem eigenen Studio arbeitet. Zusammen mit seinem Studioteam produziert er Shootings, für die er auf der ganzen Welt unterwegs ist. Auch in seien freien Arbeiten entstehen atmosphärisch dichte Reportagen und stimmungsvolle Serien aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt.
In den letzten Jahren hat Florian Geiss auch Filme auf seinen Sets aufgenommen.
Florian Geiss gewann zahlreiche internationale Preise und ist Mitglied des Art Directors Club, BFF und AOP.