Kang Kaiwen
Kang Kaiwen is a video artist and film director from China, based in Berlin. Her research focuses on ecological politics and establishing non-anthropocentric perceptual relations through moving images. Starting from an Eastern and cross-cultural cosmology, she rethinks cinema as a form of “cosmotechnics”: a way of reorganizing relations between humans, non-humans, sites, and the planetary scale.
Her work Double Surroundings is a four-channel video work. It follows the formation of a thunderstorm and combines Chinese demon mythology with the biblical demon “Legion.” Structured through AI-generated still photographs and real moving images filmed on location in Greece, the work explores how different image systems and cultural systems can share the same world, temporality, and environment.
Kang Kaiwen ist eine Videokünstlerin und Filmregisseurin aus China und lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf ökologische Politik und die Schaffung nicht-anthropozentrischer Wahrnehmungsbeziehungen durch bewegte Bilder. Ausgehend von einer östlichen und interkulturellen Kosmologie begreift sie das Kino neu als eine Form der „Kosmotchnik“: eine Möglichkeit, die Beziehungen zwischen Menschen, Nicht-Menschen, Orten und der planetarischen Ebene neu zu ordnen.
Ihre Arbeit „Double Surroundings“ ist eine Vierkanal-Videoarbeit. Sie verfolgt die Entstehung eines Gewitters und verbindet die chinesische Dämonenmythologie mit dem biblischen Dämon „Legion“. Aufgebaut aus KI-generierten Standbildern und realen Bewegtbildern, die vor Ort in Griechenland gedreht wurden, untersucht die Arbeit, wie unterschiedliche Bildsysteme und Kultursysteme dieselbe Welt, Zeitlichkeit und Umgebung teilen können.
Julia Bunnemann über Kang Kaiwen:
Congratulations to Kang Kaiwen for being selected as one of the Portfolio Award recipients for her series Double Surroundings. A multidisciplinary artist working across moving image, sound, and still images, Kang explores in her work Double Surrounding postcolonial and posthuman themes through the motifs of approaching thunderstorms and apocalyptic landscapes.
Filmed in Greece, the work places sound in the foreground, creating an immersive and unsettling atmosphere. Alongside the filmed landscapes, Kang presents a series of AI-generated interiors known as Demon Rooms. The imperfections and glitches within these images are intentionally preserved, referencing the history of spirit photography and its relationship to the uncanny.
The work interweaves Western and Eastern myths and fables, drawing on biblical demonology while incorporating elements of Chinese mythology. Rather than depicting a singular catastrophic event, the storm emerges as an ongoing internal apocalypse, a state of perpetual darkness in which we find ourselves. This sense of unease is reinforced by the sombre visual tonality of the work, which permeates the imagery throughout the work.
Herzlichen Glückwunsch an Kang Kaiwen zur Auszeichnung mit dem Portfolio Award für ihre Serie „Double Surroundings“. Als multidisziplinäre Künstlerin, die sich mit Bewegtbild, Ton und Standbildern beschäftigt, setzt sich Kang in ihrer Arbeit „Double Surroundings“ anhand der Motive herannahender Gewitter und apokalyptischer Landschaften mit postkolonialen und posthumanen Themen auseinander.
Das in Griechenland gedrehte Werk rückt den Ton in den Vordergrund und schafft so eine immersive und beunruhigende Atmosphäre. Neben den gefilmten Landschaften präsentiert Kang eine Reihe von KI-generierten Innenräumen, die als „Demon Rooms“ bekannt sind. Die Unvollkommenheiten und Bildstörungen in diesen Bildern wurden bewusst beibehalten und verweisen auf die Geschichte der Geisterfotografie und deren Beziehung zum Unheimlichen.
Das Werk verwebt westliche und östliche Mythen und Fabeln, greift auf biblische Dämonologie zurück und integriert gleichzeitig Elemente der chinesischen Mythologie. Anstatt ein einzelnes katastrophales Ereignis darzustellen, erscheint der Sturm als andauernde innere Apokalypse, als ein Zustand ewiger Dunkelheit, in dem wir uns befinden. Dieses Gefühl der Unruhe wird durch die düstere visuelle Tonalität des Werks verstärkt, die die Bildsprache des gesamten Werks durchzieht.